Leser-Stimmen / Rezensionen
„Wunderbar frei von Ostalgie-Gedusel oder verhuschtem Ossi-Gejammer. Es geht richtig zur Sache und ja, ein paar Tote fallen an. Bei Kohlhaas waren es Pferde; doch hier geht´s um Alles.“ Dorothea Schröder, Dresden
„Hans Waal erzählt die Nachwendezeit als ebenso komische wie gnadenlose Satire … und schert sich erfreulicherweise einen feuchten Kehricht um inzwischen museal gewordene Siegererzählungen … In diesem Roman werden Brotkrumen aus Literatur-, Geistes- und Zeitgeschichte ausgeworfen, dass die Schwarte kracht – und zwar mit einer beneidenswerten Gelassenheit. Wer die Anspielungen findet, freut sich. Wer sie übersieht, kommt trotzdem voran. Überhaupt ist das Schönste an diesem Buch sein Vertrauen in die Intelligenz seiner Leser … Ich kenne kaum ein schöneres Kompliment, das man seinen Lesern machen kann … Hans Waal schreibt mit Witz und mit Frechheit, aber vor allem mit einer Lust am literarischen Risiko, die man dieser Tage in eher überschaubarererem Maße antrifft.“ Ulrike Gastmann, Leipzig
„K. ist hart, böse und stellenweise schmerzhaft. Gleichzeitig ist es klug beobachtet. Hans Waal gelingt das Kunststück, eine groteske Rachefantasie zu erzählen und zugleich eine ernsthafte Frage zu stellen: Was geschieht mit Menschen, deren Hoffnungen sich nicht erfüllen und deren Kränkungen niemals heilen? Man liest diesen Roman oft mit Vergnügen, manchmal mit Beklemmung und gelegentlich mit dem Gefühl, dass hinter der Satire mehr Wahrheit steckt, als einem lieb sein kann.“ Jana Brechlin / Leipziger Volkszeitung
„Es ist eben nicht nur die vielzitierte Transformation, die die Ostdeutschen beutelte. Es ist auch die Erfahrung der umfassenden Machtlosigkeit, während nicht nur ihre Jobs verschwanden oder in „geförderte“ Billigjobs verwandelt wurden, sondern auch ihre Qualifikationen entwertet wurden, komplette Straßen ihre Besitzer wechselten und ganze Fabriken gen Fernost verschifft wurden. So etwas hat Folgen. Wohin mit dem Frust?
… So betrachtet ist der neue Roman von Hans Waal auch ein sehr aktuelles Buch zur Zeit. Gerade weil er all die frustrierenden Gefühle der 1990er Jahre wieder wachruft, dieses Empfinden, das so viele hatten: auf einmal im völlig falschen Film zu sein, betrogen um die Früchte der Revolution, kaltgestellt und ausgenutzt.“